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Am 10. Juni begann die Reise mit der Fahrt nach Berlin, zum Flughafen Tegel, vom dem ich schon viele Jahre nicht mehr abgeflogen war. Der platzt mittlerweile wirklich aus allen Nähten. BER, du wirst gebraucht …

Von Berlin ging der Flug mit Turkish Airlines über Istanbul nach Tbilisi, wo ich spät Abends mitten in einem Unwetter landete. Auf der Fahrt mit dem Taxi zum Hotel sah man die Feuerwehr beim Aufräumen von auf die Straßen gespültem Dreck und Steinen. Das Hotel Kalasi liegt zentrumsnah, sodass von dort alles wichtige zu Fuß zu erreichen ist.

Am nächsten Morgen frühstückten wir noch bei Regen, aber danach zogen die Wolken weg und es war ein sonniger, aber nicht zu heißer Tag. Wir besichtigten zu Fuß die Stadt:

die Sioni-Kirche, wo gerade ein Gottesdienst stattfand,

Sioni-Kirche

die Altstadt, das Badeviertel mit den Schwefelquellen und einer kleinen Schlucht dahinter,

Badehäuser Schlucht

sowie nach einer Seilbahnfahrt die Festung Narikala und die Statue der „Mutter Georgiens“.

Festung Narikala Mutter Georgiens Aussicht auf Tbilisi

Nach dem Mittag liefen wir über den Rustaweli-Prospekt, die Haupteinkaufsmeile der Stadt und fuhren mit der Metro zurück Richtung Hotel. Beeindruckend war die sehr lange Rolltreppe in die Metro, die aufgrund der bergigen Lage der Stadt mitunter recht tief unter der Oberfläche verläuft.

Rustaveli-Prospekt

Abends aßen wir in einem Restaurant in der Nähe des Hotels mit Live-Musik und lernten dort noch einige weitere Angestellte der örtlichen Reiseagentur kennen.

Am nächsten Tag ging es schon auf Tour. Wir fuhren Richtung Norden in den Kaukasus. Unterwegs besichtigten wir die Festung von Ananuri

Festung Ananuri

und das monumentale Denkmal der Freundschaft der sowjetischen Völker.

Freundschaftsdenkmal

Nach Ankunft in Stepanzminda fuhren wir noch bei trübem Wetter in die Darialschlucht an der russischen Grenze und wanderten auf dem Rückweg ein Stück zu einem Wasserfall.

Wasserfall

Am nächsten Morgen war das Wetter schon besser und wir wanderten gegenüber von Stepanzminda zur auf einem kleineren Berg gelegenen Dreifaltigkeitskirche.

Dreifaltigkeitskirche Aussicht auf Stepanzminda

Von dort hatten wir eine schöne Aussicht auf das Tal mit Stepanzminda, aber leider nicht auf den über 5000 Meter hohen Kasbek, der sich in Wolken hüllte. Es fiel überhaupt auf, dass die Georgier gern Kirchen und Kapellen gut sichtbar auf Bergkuppen errichteten.

Nach einem Mittagessen in Stepanzminda fuhren wir nach Dshuta, einem der höchstgelegenen Dörfer der Gegend und unternahmen dort eine sehr schöne Wanderung in das dahinter gelegene Hochtal mit toller Aussicht auf das Tshankhi-Massiv.

Tshanki-Massiv

Beim Abendessen lüftete der Kasbek dann ein wenig seinen Wolkenschleier. Am Morgen darauf waren die Wolken weg und der Kasbek frei zu sehen. Den Ausblick konnten wir nicht allzu lange genießen, da wir Richtung Süden fuhren, nach Mtskheta.

Kasbek

Unterwegs besichtigten wir die EFES-Brauerei in Natakhtari, wo neben Bier auch verschiedene Limonaden abgefüllt werden. Der Fruchtgeschmack derselben kommt aber nicht aus den vielen leckeren Früchten des Landes, sondern aus Aromastoffen, die von einer deutschen Firma geliefert werden.

Kurz vor Mtskheta besichtigten wir die auf einem Berg gelegene Kreuzkirche. Die steht an der Stelle, wo im 4. Jahrhundert zu Beginn der Christianisierung des damaligen iberischen Reiches eines der ersten großen Holzkreuze des Landes aufgestellt wurde. Für die strenggläubigen georgisch orthodoxen Christen ist das ein sehr wichtiger religiöser Ort.

Kreuzkirche Mtskheta

In Mtskheta besichtigten wir ausgiebig die große Swetizchoweli-Kathedrale, bevor wir in einem etwas außerhalb gelegenen Restaurant (sehr preiswert) zu Abend aßen.

Swetizchoweli-Kathedrale Swetizchoweli-Kathedrale

Am nächsten Tag fuhren wir von Mtskheta durchs nahe gelegene Tbisili in die südliche Steppe zum Höhlenkloster David Garedschi, welches wir auf einer Wanderung umrundeten. Hinter dem Kloster liegt ein kleiner Bergkamm, auf dessen Rückseite viele in früheren Jahrhunderten schon ausgemalte Mönchs-Höhlen lagen. Die Rückseite liegt eigentlich schon auf aserbaidschanischem Gebiet, aber für Touristen ist der kleine Grenzübertritt kein Problem, zumal dahinter nur eine weite, wüstenartige Ebene folgt, in die vermutlich eh keiner freiwillig eindringt.

Höhlenkloster David Garedschi Höhle beim Kloster

Danach fuhren wir weiter Richtung Osten, nach Sighnaghi in Kachetien, wo wir übernachteten.

Sighnaghi

Tags darauf unternahmen wir eine Rundfahrt durch Kachetien. Dabei besuchten wir zu erst das Kloster mit dem Grab der heiligen Nino, die im 4. Jahrhundert das Christentum nach Georgien brachte.

Grabeskirche

Danach fuhren wir nach Tsinandali zum Gut der Fürstenfamilie Tschawtschawadse, wo wir das Museum im Weingut und den darum gelegenen sehr schönen Park besichtigten.

Landgut

Die nächste Station war der Basar von Telawi, bevor es zum Weingut Schumi ging, wo neben einer Führung mit Erklärung der aktuellen und historischen Weinherstellung eine Verkostung angesetzt war.

Basar

Bei der beschränkte ich mich aufs Fotografieren der Verkoster, die sich aber wohl etwas mehr von der recht übersichtlichen Veranstaltung erhofft hatten.

Weingut Schumi Führung

Danach besichtigten wir die Festung Gremi inklusive des nahe gelegenen Museums.

Festung Gremi

Dann fuhren wir nach Lagodechi am gleichnamigen Nationalpark, wo wir übernachteten. Dabei wurden wir auf zwei verschiedene Hotels aufgeteilt, da im vorgesehen Hotel der Neubau irgendwie noch nicht fertig war. Dabei hatten wir noch Glück, woanders Zimmer zu bekommen, da in dem Ort ein Musikfestival stattfand, und eigentlich alles ausgebucht war.

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Wanderung im Lagodechi-Nationalpark zum großen Wasserfall am Fluss Noskheri. Die Wanderung war recht abenteuerlich, das es in der Schlucht keine echten Brücken gab, und wir entweder auf aus Baumstämmen gezimmerten Behelfsbrücken balancieren oder den teilweise reißenden Fluss durchwaten mussten. Bis auf einen kleinen Ausrutscher gelang das unfallfrei.

Wanderung Wasserfall

Wir aßen an dem Abend im Hotel-Garten ein kachetisches Schaschlik, das unser Reiseleiter David selbst zubereitete, während sich die Hotelangestellten um den Rest des Mahls kümmerten. Überhaupt waren die Tische grundsätzlich immer zum Bersten vollgeladen und wir schafften es nie auch nur annähernd, die bereitgestellten Speisen aufzuessen.

Am nächsten Morgen fuhren wir zurück nach Tbilisi. Unterwegs besichtigten wir den Viehmarkt und Wochenbasar in Kabali.

Hufschmied alter Mann

Die Fahrt ging über den landschaftlich sehr schönen Gombori-Pass. Nachmittags bummelte ich allein durch Tbilisi und schaute mir u.a. die modernistischen Bauten aus der Sakaschwili-Ära an und besuchte den Flohmarkt in einem zentrumsnahen Park.

Kathedrale modernes Bauwerk Flohmarkt

Tags darauf fuhren wir Richtung Westen, nach Kutaissi, und besichtigten unterwegs die Höhlenstadt Uplisziche

Höhlenstadt Echse

und das Stalin-Museum in Gori.

Stalinmuseum Kirche in Kutaissi

Am nächsten Tag besichtigten wir das Kloster Gelati

Kloster Gelati Kloster Gelati

und unternahmen einen Stadtrundgang in Kutaissi.

Brücke mit Bronzefigur

Anschließend fuhren wir nach Martvili, wo wir am Nachmittag eine Schlauchbootsfahrt und eine kleinen Wanderung im nahegelegenen Canyon unternahmen.

Canyon

Von Martvili aus fuhren wir am nächsten Morgen via Sugdidi, wo wir nach dem Mittagessen kurz einen Blick auf den Palast der megrelischen Fürsten warfen,

Palast in Sugdidi

nach Swanetien, ins Dorf Mestia. Dort besichtigten wir das Hausmuseum inklusive einem der berühmten Wehrtürme, den Wahrzeichen Swanetiens.

Wehrtürme im Museum

Für den nächsten Tag war eigentliche eine mehrstündige Fahrt mit Geländewagen nach Ushguli und dort eine Wandertour geplant. Allerdings war das Wetter eher regnerisch mit vielen Wolken. Da war uns das Risiko zu hoch, dass wir die stundenlange Hin- und Rückfahrt umsonst unternehmen würden. So planten wir kurzfristig um und fuhren ins nahe Mestia gelegene Ski-Gebiet von Hatsvali, wo wir mit dem Sessellift nach oben fuhren. Von dort wanderte ich zusammen mit Rolf, einem Mitglied der Reisegruppe, über Waldwege und die Ski-Piste zurück zum Ausgangspunkt, währen der Großteil der Gruppe nach einem Rundgang auf dem Bergrücken wieder mit dem Lift nach unten fuhr.

Hatsvali

Entgegen der Erwartungen war der Tag recht sonnig. Allerdings hingen überall Wolken, die leider die Aussicht auf die höheren Kaukasus-Berge verdeckten. Am Nachmittag unternahm ich noch einen Dorfspaziergang in Mestia, wobei sich leider das Wetter rapide verschlechterte.

Abends zog es aber wieder auf, sodass ich auf einem nächtliche Rundgang die schön angeleuchteten Wehrtürme bewundern konnte.

beleuchteter Wehrturm

Am nächsten Tag fuhren wir aus den Bergen Swanetiens über Sugdidi und Pot ans Schwarze Meer nach Batumi.

Skyline von Batumi

Hier unternahmen wir Nachmittags noch einen kürzeren individuellen Stadtbummel oder gingen Baden, bevor wir am Abend das Abschiedsessen zelebrierten. Hier begann sich die Reisegruppe aufzulösen, weil die Rückflüge nach Deutschland bzw. in die Schweiz individuell sehr unterschiedlich organisiert waren.

Ali und Nino Neptunbrunnen

Nach einem weiteren Stadtbummel am nächsten Vormittag fuhren wir zurück nach Tbilisi, von wo ich sehr früh am nächsten Morgen den Heimflug via Istanbul nach Berlin antrat.

Blick vom Hafen Medea mit dem Goldenen Fließ

- Ende -

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