Startseite

Honduras 2004

Früh um eins ging es aus dem Haus und mit dem Auto zum Flughafen in Frankfurt. Von dort folgten drei Flüge:
Frankfurt - Madrid, Madrid - Guatemala City, Guatemala City - San Pedro Sula (Honduras). So erreichten wir dann um 20:30 Uhr Ortszeit (04:30 Uhr MEZ) unser Hotel. Dort erwartete uns schon der erste Christbaum.

Christbaum

Angesichts der tropischen Temperaturen war das ein seltsamer Anblick für mich.
Am nächsten Tag fuhren wir Richtung Tela an der Karibik-Küste. Dort machten wir eine Wanderung durch den Lanzite-Nationalpark. Die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch, so dass die Tour ziemlich schweißtreibend war. Das bergige Gelände trug ein Übriges dazu bei.

Wanderung bergauf

Dass Claudia hier eine Jacke trug, lag nicht an den Temperaturen, sondern an den Mückenschwärmen, die uns in Unmengen überfielen. Da half selbst Autan nicht mehr.
Nach dem Ende dieser Tour und einem Mittagessen am Eingang des Nationalparks fuhren wir nach Tela in die Stadt, um Geld zu tauschen. Danach begaben wir uns an den Strand, wo wir eine gegenseitige Vorstellungsrunde veranstalteten. Anschließend war noch Zeit für ein Bad im warmen Karibik-Wasser.

Tela am Meer

Nach dem Abendessen in Tela (lecker: Caracoles - karibische Meeresschnecken - in Knoblauchbutter) fuhren wir müde und geschafft nach San Pedro zurück.

Am nächsten Tag fuhren wir Richtung Copan. Mittagspause legten wir an einer "Imbissbude" am Straßenrand ein, wo wir einheimische Spezialitäten verkosteten.  Nach Ankunft in Copan Ruinas entschlossen wir uns, gleich noch am Nachmittag die Ruinen zu besichtigen.
Unser Führer sprach sogar deutsch.

Führer in Copan

Nachdem wir hier eine Übersicht über das Gelände bekommen hatten, besichtigten wir verschiedene z.T. noch nicht oder nicht ganz ausgegrabene Pyramiden, Gebäude und sonstige steinerne Hinterlassenschaften.
Hervor zu heben wären da ein Steintisch, an dessen Seiten Darstellungen der 16 Mayakönige von Copan eingemeißelt waren,

16 Könige

und die Hieroglyphentreppe.

Hieroglyphentreppe

Danach bezogen wir dann unser Hotel in Copan.

Hotel Copan

Von meinem Zimmer rechts oben hatte man die Straße und den zentralen Platz gut im Blick, der sehr schön bepflanzt war.
Auch sonst war die Stadt - als einzige Touristenhochburg auf dem honduranischen Festland - in gutem Zustand.

Copan zentraler Platz

Es gab sehr viele Restaurants. Die Kellnerinnen versuchten oft die Gäste damit zu beeindrucken, dass sie eine Flasche einer Getränkebestellung auf dem Kopf balancierten.
Tags darauf unternahmen wir eine Wanderung zu den Ruinen von Las Sepulturas. Etwas Hochnebel verdeckte dankenswerter Weise am Anfang noch die Sonne.

Copan Wanderung

Dabei begegneten wir unterwegs Mayakindern, die Puppen verkauften, die sie selbst aus getrockneten Maisblättern sowie etwas Wolle und Farbe gebastelt hatten.

Mayakinder

So versuchen die Maya auch etwas am Tourismus zu verdienen.
Dann besichtigten wir die Ruinen von Las Sepulturas, einem Stadtteil des alten Copan, wo die Mittelschicht der alten Maya zu Hause war.
Nachmittags ließen wir uns zum Vogelpark "Macaw Park" fahren, wo man Vogelarten aus Mittel- und Südamerika besichtigen kann.
Gleich am Anfang gingen wir durch eine Voliere mit Aras.

Ara-Voliere

Die waren relativ neugierig und ließen sich von Nahem betrachten. Die wirklichen Stars in diesem Park aber waren die Tukane.

Tukan

Wegen ihrer Farbenpracht waren diese Exemplare hier die, bei denen wir am längsten blieben. Danach gingen wir noch an diversen Papageien, Amazonen, anderen Tukan-Arten und anderen Vögeln vorbei. Dann kamen wir zu einer Art Streichelzoo. Da bekam man direkten Kontakt, u.a. zu Aras.

Streichelzoo

Den Schnabel dieses großen Gesellen musste man immer irgendwie beschäftigen, sonst probierte der auch gern, wie die Hand "schmeckt", auf der er saß.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Santa Rosa de Copan, wo wir eine Zigarrenfabrik besichtigten. Dort werden die Zigarren noch in Handarbeit gefertigt und auch die zugehörigen Holzkistchen für die Verpackung. Da waren viele bekannte und in Deutschland bestimmt nicht billige Sorten dabei. Leider herrschte hier ein Fotografierverbot.
Nachmittags bummelten wir noch etwas durch die Stadt.

Santa Rosa

Auch dieses Hotel war schon voll weihnachtlich dekoriert, was besonders nach Einbruch der Nacht zu bewundern war.

Weihnachtsdeko

Am nächsten Morgen fuhren wir zu einer Wanderung an den Fuß des Celaque. Nachdem wir mit dem Bus bis Gracias gefahren waren, ging es das letzte Stück auf der Ladefläche zweier Pickups über nicht ganz ebene Wege und Seitenstraßen bis zum Eingang des Nationalparks.
Hier wanderten wir durch Kiefernwälder ein Flusstal hoch.

Celaque1

Es ging immer bergauf, bis wir an einen Aussichtspunkt auf einen Wasserfall kamen. Hier war Endstation und Umkehrpunkt.

Celaque2

Nachdem wir etwas tiefer eine Mittagspause eingelegt hatten, wanderten wir zurück auf dem selben Weg, den wir auch gekommen waren. Am Eingang des Nationalparks verabschiedeten wir uns mit dem üblichen Trinkgeld von unserem einheimischen Führer.

Celaque Führer
(der links, mit der Basecap)

Danach fuhren wir mit den Pickups zurück nach Gracias, wo dann einige von uns noch eine kleine Ortsbesichtigung einlegten. Zum Abendessen trafen wir uns dann in einem Restaurant mit schöner Aussicht über den Ort. Während wir aufs Essen warteten, zogen dunkle Wolken auf, es begann zu regnen, donnern und blitzen. Fünf Minuten nach Einsetzen des Gewitters fiel der Strom aus. Aber auf so was war man hier offensichtlich vorbereitet, denn schnell standen Kerzen auf dem Tisch, in deren Schein wir dann unser Essen verzehrten. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zurück nach Santa Rosa.

Tags darauf  hatten wir eine große Fahrstrecke bis in die Hauptstadt Tegucigalpa vor uns. Dabei fuhren wir nicht den direkten Weg, sondern wegen der besseren Straßen einen großen Bogen über Santa Barbara und Comayagua. In Santa Barbara kauften wir etwas Proviant.

Santa Barabara

Den verzehrten wir zu Mittag am Ufer des größten Sees des Landes, wo auch einige Fischer herbei kamen, um zu sehen, ob sie uns nicht einige Fische verkaufen können.

Seeufer

Wir kamen in der Dämmerung in Tegucigalpa an und fuhren, nachdem wir unser Hotel bezogen hatten, zu einem großen Restaurant in einer Art großen Halle, wo es u.a. große bis größte (ich schätze einen halben Meter) Fleischspieße gab (Parrillada Executiva). Zum Glück hatte ich nur den kleinsten gewählt. Aber nach all den Vorspeisen, die man uns auf den Tisch stellte, war auch der eine große Herausforderung.
Die Stadt Tegucigalpa besichtigten wir nicht, da es hier laut Reiseleitung nichts wirklich interessantes zu sehen gab. Statt dessen machten wir am nächsten Tag eine Wanderung durch den La Tigra - Nationalpark.

La Tigra

Wir vertrödelten am Parkeingang viel Zeit, weil die honduranische Reiseagentur die Eintrittsgelder nicht geschickt hatte. Nachdem wir das Geld ausgelegt hatten, ging's dann endlich los.
Vom Eingang des Parks wanderten wir, begleitet durch einen einheimischen Führer, über enge Pfade bergauf und versuchten, Vögel zu beobachten. Allerdings war davon oder von anderen Tieren nicht viel zu sehen. Der Park besteht aber auch noch nicht sehr lange. Wir wanderten dann auf breiteren Wegen auf der anderen Seite des Berges hinunter zu einem ehemaligen Bergbaudorf namens El Rosario.

El Rosario

Vom Dorf San Juancito an Fuß des Berges fuhren wir dann mit dem Bus zurück nach Tegucigalpa.

Am nächsten Morgen genoss ich noch ein Mal den Blick aus dem Hotelfenster auf einen blühenden Tulpenbaum, bevor wir die nächste große Fahrt antraten.

Tulpenbaum

An diesem Tag fuhren wir quer durchs Land nach Norden an die Karibik-Küste. Dabei durchquerten wir die Provinz Olancho. Es ist die größte Provinz des Landes, eine bergige Gegend mit fruchtbaren Böden und viel Wald.

Olancho

Sie unterscheidet sich vom Rest des Landes durch eine gewisse Abgeschiedenheit und Eigenständigkeit. Die übrigen Honduraner fahren da nicht gerne hin. Direkt nach der Unabhängigkeit von Spanien gab es dort starke Unabhängigkeitsbestrebungen, die in eine Rebellion gipfelten, welche der damalige Präsident Franzisko Morazan auf eine äußerst bemerkenswerte Weise beendete. Er begab sich in La Vuelta unbewaffnet und schutzlos in den Kreis der bewaffneten Aufständischen und diskutierte mit ihnen. Er überzeugte sie auf diese Weise, im Staatsverband zu bleiben und die Waffen nieder zu legen.
Unsere Mittagspause legten wir an einem Flussufer nahe der Straße ein, wo wir seltsam dekorierte Schweine zu sehen bekamen.

Schweinebande

Das Bestücken von Tieren mit diesen um den Hals festgebundenen Astgabeln ist hier eine übliche Methode, um die Tiere daran zu hindern, unter den Stacheldrahtzäunen hindurch zu kriechen und die Gärten zu verwüsten.

Die Straße bestand in dieser Gegend nur aus einer ungeteerten Piste. Die war zu großen Teilen nach der Regenzeit frisch planiert worden, so dass man doch ganz zügig fahren konnte. Trotzdem sollte man in den Kurven etwas vorsichtiger sein...

zu schnell

Aus den Bergen von Olancho gelangten wir ins tropische feuchtwarme Tiefland an der Karibik-Küste, wo im Gegensatz zu den erwarteten Bananen inzwischen sehr viel Ölpalmen angepflanzt werden.
Abends kamen wir dann am Zielort Trujillo an, wo wir unser Abendessen in einem direkt am Strand gelegenem Restaurant einnahmen.

Trujillo am Strand

Am nächsten Morgen brachen wir auf zu einer Wanderung in den Caipiro und Calentura Nationalpark. Wir fuhren dazu ans andere Ende von Trujillo, wo die Häuser in einfache Lehmhütten der einheimischen afro-karibischen Garifuna-Bevölkerung übergingen.

Lehmhütte

Der Aufstieg von ca. 1200 Höhenmetern war in der Hitze und unter karibischer Sonne ziemlich anstrengend, was man dem Gipfelfoto wohl auch ansieht :-)

Gipfelfoto

Dort oben war alles voller Antennenanlagen, aber der Weg hoch und runter führte durch Wald und Büsche, in denen neben verschiedenen interessanten Vögeln auch Blumen,

Blume