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Der offizielle Schottlandreisebericht 1998

Wir begannen unsere Reise an einem sonnigen Samstag Mittag in Köln. Mit einem alten Setra-Bus ging es dann zur Fähre nach Zeebruegge in Belgien. Am frühen Abend legten wir Richtung Mittelengland ab. An Bord gab es ein Buffet, das man an Land nur in besten Hotels findet. Abends war dann statt des üblichen Unterhaltungsprogramms Fußball-WM angesagt. (Deutschland gegen Kroatien) Am nächsten Morgen legten wir nach dem Frühstück in Hull an, stiegen in unseren Bus und fuhren gen Norden.

Kurz vor der schottischen Grenze besichtigten wir noch ein paar Reste vom Hadrians Wall und einer Kapelle eines römischen Forts.

Nach dem Passieren der Grenze machten wir in Melrose Station, um die Ruinen der dortigen Abby (Abtei, Kloster) zu besichtigen, welche früher ein großes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum war.

Melrose Abby

Danach fuhren wir weiter bis zu unserem Zeltplatz bei Edinburgh, wo wir erst mal die gesamte Ausrüstung umgekrempelten und sortierten. Am nächsten Tag wanderten wir auf den Hausberg von Edinburgh, "Arturs Seat". Anschließend stand die Besichtigung der Stadt einschließlich des Castles an.

Edinburgh

Tags darauf fuhren wir mit einem Boot zu einer Insel, die von Unmengen Seevögeln bewohnt wurde; hauptsächlich Bass-Tölpel. Von weitem sah es aus, als hätte es auf der Insel geschneit, aber es waren alles Vögel. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung in Edinburgh. Ich schaute mir mit drei anderen den wunderschönen botanischen Garten mit samt dem Gewächshaus für Tropenpflanzen an.

Am nächsten Morgen gings weiter Richtung Norden. Unterwegs stand eine kleine Wanderung um Loch an Eilean und die Besichtigung von Blair Castle auf dem Programm.

Blair Castle

Die Führung wurde von einem sehr alten, immer weniger deutsch sprechenden Schotten gemacht, der ständig die selben drei Witze riß.

Wir schliefen an dem Abend auf einem Zeltplatz in der Nähe von Inverness, das wir am anderen Tag nach einer weiteren Castle-Besichtigung in Augenschein nahmen. Das war allerdings Zeitverschwendung. Die Stadt ist wahrlich nicht besonders schön. Die wenigen alten Gebäude wurden, sofern sie noch stehen, mit modernen Betonklötzen zugebaut.

Am Tag darauf fuhren wir zum Loch Ness, welches rein optisch auch nur ein großer See ist. Beeindruckend hingegen war das Nessie-Museum in Drumnadrochit, eine sehr gut gemachte Multimedia-Show über Geologie und Historie des Sees sowie über die ganzen Suchaktionen nach Nessie und die diversen Theorien, um was es sich dabei handeln könnte.

Dann ging es weiter durch die Highlands Richtung Westen. An der Küste fuhren wir über schmale Sträßchen nach Staffin, einem Künstlerdorf, in dem als einzigem Ort Schottlands Palmen wachsen. Anschließend war Eilean Donan Castle dran, der Standardprogrammpunkt jeder Schottlandreise seit Christopher Lambert den Highlander mimte.

Eilean Donan Castle

Dann gings rüber auf die Insel Skye, die ich landschaftlich neben der Gegend um den Ben Nevis am beeindruckendsten fand. Dort machten wir am nächsten Tag eine Wanderung, die laut Reiseleiter drei bis vier Stunden dauern sollte. Allerdings waren die Wege nach dem vielen Regen dieses Sommers ziemlich feucht und die Überquerung von Bächen war auch nur unter großen Mühen ohne allzu nasse Füße zu bewältigen.

Bachüberquerung

Das ganze Unternehmen dauerte schließlich über sieben Stunden. Dafür war die Landschaft absolut herrlich.

Pause

Am nächsten Tag besichtigten wir das nächste Castle und fuhren wieder aufs Festland Richtung Süden. Wir  übernachteten auf einem Zeltplatz an der Küste, wo es extrem windig war. Den Abend verbrachten wir in einem kleinen Dorfpub, der auf Grund des Endspieles der Fußball-WM gerammelt voll war. Aber deshalb war er an dem Tag überhaupt abends auf. Da weder die Schotten noch Deutschland im Endspiel standen, herrschte eine sehr gute, fröhliche und friedliche Stimmung.

Nachdem wir am nächsten Vormittag eine Wanderung mit viel Regen und Wind überstanden hatten, verschwendeten wir am Nachmittag einige Stunden in einem gräßlichen kleinen Hafenort namens Mallaig.

Am nächsten Tag ging die Reise durch eine schöne Landschaft

Eisenbahnbrücke

weiter nach Fort Williams am Fuße des Ben Nevis. Den wollten wir (einige) am anderen Tag besteigen, aber das Wetter war sehr wolkig und das bedeutet am Ben Nevis eine große Gefahr. Darum wanderten wir (alle) ins Glen Nevis, das Tal daneben, was landschaftlich auch sehr reizvoll ist. Der Zeltplatz bei Fort Williams lag an einem Meeresarm und war von hohen Bergen eingerahmt.

Mahlzeit

Wir bedauerten alle, dass es am nächsten Tag schon wieder weiter ging, auf die Insel Mull. Dort machten wir eine Bootfahrt; zuerst nach Staffa, einer vulkanisch entstandenen Insel mit interessanten Basaltformationen.

Staffa island

Auf der lebten viele Vögel, unter anderem auch Papageientaucher; sehr possierliche Tierchen.

Puffin

Danach fuhr uns das Boot nach Iona. Auf dieser Insel steht die älteste christliche Kirche (Abby) Schottlands.

Iona

Von hier aus begannen irische Mönche mit der Missionierung Schottlands, Englands und weiter Teile von Nord- und Mitteleuropa. Die Kirche wurde von der dortigen kleinen Kirchgemeinde in den letzten hundert Jahren in eigener Handarbeit wieder hergerichtet. Da wurde vom Mauern über die Anfertigung von mit Figuren geschmückten Säulen bis zum Dachdecken alles selbst gemacht, ohne irgendeinen fremdem Handwerker oder Baufirma.

Auf Mull hatten wir dann endlich mal wieder einen richtigen Pub in der Nähe des Zeltplatzes, wo abends einheimische Künstler mehr oder weniger originelle Musik darboten.

Am nächsten Tag sollte es, von Meereshöhe aus, auf einen 766 Meter hohen Berg gehen. Dieses Unterfangen brachen wir aber in ca. 600 Meter Höhe ab, weil uns der Sturm fast vom Berg pustete. Den Nachmittag verbrachte ich faul in einem kleinen Cafe, während einige andere unbedingt noch ein oder zwei Castles besichtigen mußten. Ich hatte diese alte Gemäuer langsam satt.

Zeltplatz von oben

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einer Fähre zurück aufs Festland nach Oban. Dort machten wir bei Regen einen Stadtbummel und fuhren dann zu unserem Zeltplatz, der einem kleinen Zoo ähnelte. Da liefen neben verschiedenen Hühnern und Gänsen auch Pfaue um die Zelte. In kleinen Gehegen gab es Esel und Lämmer zu besichtigen. Die Lämmer ließen sich hier sogar streicheln, während sie auf den Weiden ziemlich scheu sind, weil sie das ganze Jahr dort frei leben und nur zwei oder drei mal zum Scheeren und für Impfungen und ähnliches zusammengetrieben werden.

Tags darauf stand die Besichtigung der örtlichen Wisky-Destille  auf dem Programm und eine Wanderung auf einer kleinen vorgelagerten Insel. Das ging nach dem einen Glas Wisky gerade noch.

Am nächsten Tag fuhren in Richtung Glasgow. Auf dem Weg machten wir in Inverary halt, um die dortigen Highlandgames anzuschauen.

Gewichtewerfen

Dort warfen kräftige Männer und auch eine Frau (aus Kalifornien) mit schweren Steinen, Eisengewichten, Hämmern usw. Daneben spielten Dudelsackpfeifer um die Wette.

Dudelsackspieler

Wer gerade keinen Auftritt hatte, übte irgenwo auf dem Gelände, was eine ziemlich heftige Geräuschkulisse zur Folge hatte. Auf überdachten Bühnen trugen Mädchen ihre Tänze vor. Es gab noch einige Leichtathletikveranstaltungen, wie Hochsprung, Wettläufe über kurze Distanzen und Radrennen.

Radfahrer mit Regenschirm

Der hier fuhr sich allerdings erst warm.

Zum Schluß gab es als Höhepunkt das Baustammwerfen.

Baumstammwerfen

Die Nacht verbrachten wir in einer Jugendherberge, die Ende des letzten Jahrhunderts im Stil eines kleinen Castles erbaut wurde.

Jugendherberge

Die Inneneinrichtung der Flure und größeren Aufenthaltsräume entsprach mit ihrem feudalen Stil dem Äußeren des Hauses.

Tags darauf besichtigten wir Glasgow, eine moderne Großstadt, die nebem vielen Läden und Kaufhäusern kaum Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.

Am nächsten Tag fuhren weiter zum Fährhafen Hull. Unterwegs machten wir Station in York in England. Dort gibt es eine sehr schön erhaltene historische Altstadt, die wir ausgiebig besichtigten.

Straße in York

Am Abend schifften wir uns ein und fuhren über Nacht nach Rotterdam. Da die Fußball-WM zu Ende war, gab es an Bord wieder ein normales Abendprogramm mit Shows und Unterhaltung. Und ich versoff meine letzten Pfunde. Morgens landeten wir in Rotterdam und fuhren mit dem Bus zurück nach Köln.

Dort verstreuten wir uns in alle Winde, nachdem wir versprochen hatten, zum Fototreffen ins Emsland in die Nähe von Osnabrück zu kommen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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